Follow-Up der RELIEF-Studie

Untersuchung der Langzeiteffekte des FreeStyle Libre Systems auf Hospitalisierungen aufgrund akuter Diabetesereignisse.1

Auf einen Blick:

Das Follow-Up der RELIEF-Studie hat gezeigt, dass die Anwendung des FreeStyle Libre-Systems die Hospitalisierungsrate aufgrund akuter Diabetesereignisse anhaltend reduziert.1

Untersuchung der Langzeiteffekte der FreeStyle Libre-Nutzung auf akute Diabetesereignisse

Das Follow-Up1 der RELIEF-Studie2 untersuchte die Langzeiteffekte der Nutzung des FreeStyle Libre Systems auf akute Diabetesereignisse. Die RELIEF-Studie2 hatte zuvor eine verringerte Hospitalisierungsrate aufgrund diabetischer Ketoazidose (DKA) bei Menschen mit Typ-1-Diabetes (T1D) oder Typ-2-Diabetes (T2D) in den letzten 12 Monaten nach Beginn der Nutzung des FreeStyle Libre Systems bei Patient:innen in Frankreich gezeigt.

Studienziel

Die erweiterte Analyse der RELIEF-Ergebnisse zielte darauf ab, die anhaltenden langfristigen klinischen Ergebnisse der Nutzung des FreeStyle Libre Systems bei Menschen mit T1D oder T2D in einem Real-World-Setting zu bewerten.

Studiendesign und Studienpopulation

Das 2-Jahres-Follow-Up der RELIEF-Studie liefert neue Erkenntnisse zur Häufigkeit von Hospitalisierungen aufgrund akuter Diabetesereignisse (ADEs), darunter diabetische Ketoazidose (DKA) und schwere Hypoglykämie, unter der Anwendung des FreeStyle Libre Systems (FSL).1

Die longitudinale retrospektive Kohortenstudie RELIEF umfasste 31.446 Menschen mit T1D und 41.027 Menschen mit T2D, die zwischen dem 1. August und dem 31. Dezember 2017 erstmals das FreeStyle Libre System erhielten.2 Hospitalisierungen aufgrund von DKA, schwerer Hypoglykämie, diabetesbedingtem Koma und Hyperglykämie wurden für die 12 Monate vor und 24 Monate nach Beginn der FreeStyle Libre Nutzung erfasst. Der kontinuierliche und konsistente Gebrauch des FreeStyle Libre Systems wurde ebenfalls dokumentiert. Änderungen in der üblichen Blutzuckermessung wurden durch die Verwendung von Blutzuckerteststreifen geschätzt.1

Wichtige Patient:innen Baseline-Charakteristika

Tabelle 1 – Hauptmerkmale der Patient:innen, die ab dem 1. August 2017 mit der Nutzung des FreeStyle Libre Systems begannen

Wissenswertes über das RELIEF Studien Follow-Up1

   

  • Die RELIEF-Studie wurde als longitudinale, retrospektive Kohortenstudie durchgeführt.
  • Die Datenquelle war die französische landesweite Erstattungsdatenbank SNDS. Es wurden Daten des Zeitraums 01. Januar 2015 bis 31. Dezember 2019 ausgewertet.
  • Daten von Menschen mit Diabetes, die das FreeStyle Libre System erstmals zwischen 01. August 2017 und dem 31. Dezember 2017 nutzten und bis Dezember 2019 mindestens 24 Monate genutzt haben.
  • Hospitalisierungen aufgrund von DKA wurden mit dem ICD-10-Code E10.1 (T1D) und E11.1 (T2D) als Haupt- oder Begleitdiagnose erfasst.
  • Hospitalisierungen aufgrund schwerer Hypoglykämie wurden mit den ICD-10-Codes E16.0 (medikamenteninduzierte Hypoglykämie ohne Koma), E16.1 (andere Hypoglykämie), E16.2 (Hypoglykämie, nicht näher bezeichnet) und T38.3 (Vergiftung durch Nebenwirkungen von Insulin und oralen Antidiabetika) erfasst. Hospitalisierungen aufgrund eines diabetesbedingten Komas wurden mit den ICD-10-Codes E10.0 (T1D), E11.0 (T2D) und E14.0 (Diabetes, nicht näher bezeichnet, mit Koma) erfasst, und für hyperglykämiebezogene Aufenthalte wurde der ICD-10-Code R739 (Hyperglykämie, nicht näher bezeichnet) verwendet.
  • Insgesamt wurden 31.446 Personen mit T1D und 41.027 Personen mit T2D, die das FreeStyle Libre System während des Studienzeitraums (01.08.2017 bis 31.12.2017) begannen, identifiziert. Patient:innen aller Altersgruppen wurden eingeschlossen und nicht nach Alter stratifiziert.
  • Etwa zwei Drittel der FreeStyle Libre-Nutzer:innen mit T1D erhielten eine ICT-Therapie, der Rest nutzte eine Insulinpumpentherapie. Unter den FreeStyle Libre-Nutzer:innen mit T2D erhielten etwa zwei Drittel eine ICT-Therapie, 18,7 % nutzten eine kontinuierliche subkutane Insulininfusion (CSII), 7,5 % erhielten nur basales Insulin und 7,7 % wurden mit nicht-insulinhaltigen Therapien behandelt.
  • Die Nutzungsadhärenz des FreeStyle Libre Systems wurde als Zeitraum zwischen der ersten Lieferung eines FreeStyle Libre-Sensors und der Beendigung der Nutzung des Systems definiert. Ein Abbruch wurde angenommen, wenn über einen zusammenhängenden Zeitraum von sechs Monaten keine Sensoren an Patient:innen geliefert wurden.
  • Der Verbrauch an Blutzuckerteststreifen wurde auf Grundlage der Erstattungsdaten für die 12 Monate vor Beginn des FreeStyle Libre Systems ermittelt.

Studienergebnisse

Langfristige Reduktion der Hospitalisierungsraten für DKA bei T1D und T2D durch das FreeStyle Libre System


Reduzierung der Hospitalisierungsrate aufgrund DKA bei T1D um 49 % nach 2 Jahren


Reduzierung der Hospitalisierungsrate aufgrund DKA bei T2D um 48 % nach 2 Jahren


Adhärenz bei der Nutzung des FSL-Systems nach 2 Jahren: 88 %
 

Reduktion des Verbrauchs an Blutzuckerteststreifen nach 2 Jahren um 82 % bei T1D und 84 % bei T2D

Anhaltende reduzierte Inzidenz von Hospitalisierungen aufgrund akuter Diabetesereignisse (ADEs) bei Patient:innen, die das FreeStyle Libre System verwenden2

Jährlicher Prozentsatz der Patient:innen mit Hospitalisierungen aufgrund akuter Diabetesereignisse (ADEs) vor und nach Beginn des FSL Systems bei Patient:innen mit T1D (A) und T2D (B). *p = 0,01 für die Veränderung der Hospitalisierungen aufgrund aller akuten ADEs von Jahr 1 zu Jahr 2 bei Personen mit T1D; **p = 0,007 für die Veränderung der Hospitalisierungen aufgrund aller akuten ADEs von Jahr 1 zu Jahr 2 bei Personen mit T2D; ***p = 0,0003 für die Veränderung der Hospitalisierungen aufgrund von Hypoglykämie von Jahr 1 zu Jahr 2 bei Personen mit T2D.

Fazit

Die Nutzung des FreeStyle Libre Systems reduziert die Hospitalisierungsraten für akute Diabetesereignisse (ADEs), hauptsächlich für diabetische Ketoazidose (DKA), sowohl bei T1D- als auch bei T2D-Patient:innen nachhaltig, auch zwei Jahre nach Beginn der Anwendung. Die Daten bestätigen, dass dies kein vorübergehender Effekt ist. Die Nutzungsadhärenz des FreeStyle Libre Systems nach 2 Jahren bleibt hoch, was auf eine hohe Zufriedenheit der Patient:innen hinweist. Die Verwendung des FreeStyle Libre Systems führt außerdem zu einem deutlichen Rückgang des Verbrauchs an Blutzuckerteststreifen über den Zeitraum von zwei Jahren.

CMUc: Couverture Maladie Universelle complémentaire (ergänzende allgemeine Krankenversicherung), ICT: mehrfache tägliche Insulininjektion, SNDS= Système National des Données de Santé (Nationales Gesundheitsdatensystem)

ADC-108584 v1.0

Referenzen

1. Riveline J-P, et al. Reduced Rate of Acute Diabetes Events with Flash Glucose Monitoring Is Sustained for 2 Years After Initiation: Extended Outcomes from the RELIEF Study. Diabetes Technol Ther.    2022;24(9): 611-618.

2. Roussel R et al. Important Drop in Rate of Acute Diabetes Complications in People With Type 1 or Type 2 Diabetes After Initiation of Flash Glucose Monitoring in France: The RELIEF Study. Diabetes Care    2021; 44(6):1368–76.

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