Diabetes
und kardiovaskuläre Erkrankungen

Zusammenhänge zwischen Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und den Vorteilen kontinuierlicher Glukosemessung (CGM) für fundierte Therapieentscheidungen.

Person sitzt am Küchentisch und betrachtet die Daten einer kontinuierlichen Glukosemessung (CGM) auf einem Smartphone. Banner zum Thema Diabetes und kardiovaskuläre Erkrankungen
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Das Wichtigste in Kürze

Diabetes und kardiovaskuläre Erkrankungen sind eng miteinander verknüpft: Menschen mit Typ-2-Diabetes (T2D) haben ein deutlich erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und kardiovaskuläre Ereignisse.​1,2​ Gleichzeitig treten häufig weitere kardiovaskuläre Risikofaktoren wie Hypertonie, Dyslipidämie oder Adipositas auf.​3​

Für die Praxis bedeutet das: Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen sollten interdisziplinär betrachtet werden. Neben etablierten Parametern wie dem HbA1c können vollständige Glukoseprofile​4​ zusätzliche Informationen zur Einschätzung des kardiometabolischen Risikoprofils liefern5–8 und fundierte Therapieentscheidungen unterstützen. Aktuelle Evidenz zeigt zudem einen Zusammenhang zwischen der Nutzung kontinuierlicher Glukosemessung (CGM) und einer Verringerung kardiovaskulärer Ereignisse.​9

Initiierung von CGM ist mit signifikanter Risikoreduktion assoziiert

Menschen mit T2D haben ein deutlich erhöhtes kardiometabolisches Risiko.1,2 Aktuelle Evidenz zeigt, dass die Einführung eines CGM-Systems bei insulinbehandelten Menschen mit T2D mit einer signifikanten Reduktion von Mortalität und schwerwiegenden kardiovaskulären Ereignissen assoziiert ist.9

18 Monate nach Einführung eines CGM-Systems zeigten sich:​9

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Schon gewusst?

Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind bei Menschen mit Diabetes ein wesentlicher Grund für Morbidität und Mortalität.​1​ Häufig treten zusätzlich weitere kardiovaskuläre Risikofaktoren wie Hypertonie, Dyslipidämie und Adipositas auf.​3​ Im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung zeigen sich bei Erwachsenen mit Diabetes:

Verstecktes Herz-Kreislauf-Risiko bei T2D erkennen

Ein einzelner Glukosewert zeigt nur eine Momentaufnahme. Kontinuierliche Glukosewerte ermöglichen die Erstellung vollständiger Glukoseprofile​4​, die glykämische Variabilität sowie Hyper- und Hypoglykämien aufzeigen – Muster, die bei T2D mit einem kardiovaskulären Risiko assoziiert werden.​5–8​ Vollständige Glukoseprofile​4​ können zusätzliche Informationen zur Einschätzung des metabolischen Risikoprofils liefern. 

Einfluss von glykämischer Variabilität auf vaskuläre Komplikationen

Hohe Glukoseschwankungen sind assoziiert mit:​7,10

makro- und mikrovaskulären Komplikationen

endothelialer Dysfunktion und Arteriosklerose

erhöhtem oxidativem Stress und Entzündungen

Zusammenhang von TIR, vaskulären Ereignissen und Mortalität

Die Zeit im Zielbereich (Time in Range, TIR) ist ein etablierter CGM-Parameter zur Beurteilung der Glukosekontrolle und ergänzt den HbA1c um wertvolle Informationen zu glykämischen Schwankungen in Form von Hypo- oder Hyperglykämien. Der internationale Konsens empfiehlt für die meisten Erwachsenen mit Typ-1- oder Typ-2-Diabetes Zielwerte von >70 % im Bereich von 70–180 mg/dL
(3,9–10,0 mmol/L).​11​ Zwei prospektive Analysen konnten Zusammenhänge zwischen der TIR und (kardio-)vaskulären Ereignissen sowie Mortalität feststellen:​12,13​

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Zwei Personen stehen miteinander im Gespräch. Eine Person hält ein Smartphone, während die andere Person einen Sensor zur kontinuierlichen Glukosemessung (CGM) am Oberarm trägt.
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Mehr erfahren: CGM und Glukosemessung 

Mehr als Therapieentscheidungen

Eine aktuelle randomisierte klinische Studie zeigt, dass CGM auch das Selbstmanagement und die glykämische Kontrolle bei Menschen mit T2D und nicht-intensivierter Insulintherapie signifikant verbessern kann – ganz ohne ärztliche Therapieumstellung.14 

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Fragen und Antworten 

Welche Rolle spielt Diabetes bei kardiologischen Patient:innen?

Bei vielen kardiologischen Patient:innen liegt ein bekannter oder bislang unentdeckter Diabetes bzw. Prädiabetes vor.​2,3,16​ Deshalb sollte das metabolische Risikoprofil auch in der kardiovaskulären Versorgung berücksichtigt werden.

Was bedeutet glykämische Variabilität?

Glykämische Variabilität beschreibt Glukoseschwankungen im Verlauf. Der von der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) empfohlene Zielwert für die glykämische Variabilität, gemessen als Variationskoeffizient, liegt bei ­≤36 %.​17​ Hohe Glukoseschwankungen sind assoziiert mit vaskulären Komplikationen, endothelialer Dysfunktion, Arteriosklerose sowie oxidativem Stress und Entzündungen.​7,10

Was ist Zeit im Zielbereich bzw. Time in Range (TIR)?

Die TIR beschreibt den Anteil der Zeit, in der Glukosewerte innerhalb eines definierten Zielbereichs liegen. Für die meisten Erwachsenen mit Typ-1- oder Typ-2-Diabetes wird ein Zielwert von >70 % im Bereich von 70–180 mg/dL (3,9–10,0 mmol/L) empfohlen.​11

Warum sind TIR und glykämische Variabilität bei T2D relevant?

Bei Menschen mit T2D zeigen Studiendaten Assoziationen zwischen glykämischer Variabilität und TIR mit vaskulären Komplikationen​7,10​, kardiovaskulären Ereignissen​12​ und Mortalität​13​. Insbesondere der Zusammenhang zwischen einer niedrigen TIR und einer erhöhten Gesamt- sowie kardiovaskulären Mortalität untermauert die Validität der TIR als prädiktiven Marker für langfristige unerwünschte klinische Ergebnisse.​13

Warum ist Diabetes auch aus kardiologischer Perspektive relevant?

Diabetes erhöht das Risiko für atherosklerotische Herz-Kreislauf-Erkrankungen.​3​ Zudem weisen ca. 50 % der Patient:innen mit Herzinsuffizienz einen bekannten oder bislang unentdeckten Diabetes bzw. Prädiabetes auf.​18​ Auch bei Patient:innen mit Myokardinfarkt ohne bekannte Diabetesdiagnose wird bei etwa 1 von 6 ein Diabetes neu entdeckt.​19​ 

Wie können CGM-Systeme wie FreeStyle Libre bei der Einschätzung des kardiometabolischen Risikoprofils unterstützen?

CGM-Systeme wie FreeStyle Libre machen Glukoseverläufe im Alltag sichtbar und liefern CGM-basierte Kennzahlen wie glykämische Variabilität und TIR. Diese Parameter können Hinweise auf Glukoseschwankungen, Hypoglykämien und Phasen außerhalb des Zielbereichs geben, die unter punktueller Blutglukosemessung häufig unerkannt bleiben. So können sie die Einschätzung des metabolischen Risikoprofils ergänzen und fundierte Therapieentscheidungen unterstützen.

Referenzen

  1. ​​Dal Canto, E. et al. Eur J Prev Cardiol. 2019; 26(Suppl 2):25–32.
  2. ​Marx, N. et al. Eur Heart J. 2023; 44(39):4043–4140.
  3. ​American Diabetes Association Professional Practice Committee. Diabetes Care. 2026; 49(Supplement_1):S216-S245.
  4. ​Für ein vollständiges glykämisches Profil muss der Sensor alle 14 bzw. 15 Tage ersetzt werden.
  5. Zinman, B. et al. Diabetes Care. 2018; 41(8):1783–1791.
  6. ​Pathak, R.D. et al. Diabetes Care. 2016; 39(3):363–370.
  7. ​Ajjan, R.A. Diabetes Obes Metab. 2024; 26 Suppl 7(Suppl 7):3–16.
  8. Pistrosch, F. et al. Diabetes Care. 2011; 34(Suppl 2):S128–31.
  9. Reaven, P.D. et al. Diabetes Technol Ther. 2025; 27(10):778–789.
  10. Costantino, S. et al. Diabetes. 2017; 66(9):2472–2482.
  11. ​Battelino, T. et al. Diabetes Care. 2019; 42(8):1593–1603.
  12. ​Bergenstal, R.M. et al. Diabetes Technol Ther. 2023; 25(6):378–383.
  13. ​Lu, J. et al. Diabetes Care. 2021; 44(2):549–555.
  14. Wilmot, E.G. et al. Lancet Diabetes Endocrinol. 2026; 14(6):463–474.
  15. ​Die Aussage basiert auf der Anzahl der Nutzer des FreeStyle Libre Messsystems weltweit im Vergleich zu der Nutzeranzahl anderer führender sensorbasierter Glukosemesssysteme für den persönlichen Gebrauch. Quelle: Daten liegen vor. Abbott Diabetes Care.
  16. ​Schütt, K. et al. Kardiologie. 2022; 16(5):358–371.
  17. ​Schlüter, S. et al. Diabetologie und Stoffwechsel. 2023; 18(S 02):S114-S135.
  18. ​Håkansson, E. et al. Open Heart. 2022; 9(2):e002133.
  19. Douelrachad, M. et al. Eur J Prev Cardiol. 2026; 33(1):19–29.

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